Impressionen 2021

28.07.2021 Kursabschluss "Sterbende Begleiten" und Zertifikatsübergabe

Alles hat seine Stunde.

Für jedes Geschehen unter dem Himmel

gibt es eine bestimmte Zeit:

eine Zeit zum Gebären

und eine Zeit zum Sterben,

eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit

zum Abernten der Pflanzen,

eine Zeit zum Weinen

und eine Zeit zum Lachen,

eine Zeit für die Klage und eine Zeit

für den Tanz.

 

Kohelet, 3, 1.2.4

Am Mittwoch, den 28.7.2021, durften wir im Beisein unseres Vorsitzenden Herrn Michael Stöffelmaier und Herrn Andreas Menge-Altenburger, dem Leiter des Bildungszentrums Villingen, und der Koordinatorin und Kursleiterin Karin Schleicher die Zertifikatsübergabe unseres Kurses „Sterbende begleiten“ feiern.

Unser ambulanter Hospizdienst freut sich, 5 neue Hospizbegleiter*innen (3 Frauen und 2 Männer) in ihren Reihen begrüßen zu dürfen. Eine weitere Kursteilnehmerin wird voraussichtlich - nach Beendigung ihres Praktikums im Herbst - sich auch für die Mitarbeit in unserem Hospizdienst entscheiden.

Aufgrund der Corona -Pandemie war unser 28. Kurs „Sterbende begleiten“ ganz anders als alle Kurse zuvor:

Er war geprägt von Präsenz- und Online-Veranstaltungen, Hygienemaßnahmen wie Abstand, Maskenpflicht, Händedesinfektion, Lüften. Auf Übungen mit Berührung mussten wir während des ganzen Kurses verzichten. Es war eine neue Erfahrung und gleichzeitig eine große Herausforderung den Kurs unter Corona-Bedingungen zu gestalten.

 

 

Unser herzlicher Dank gilt auch den stationären Einrichtungen, die es unseren Kursteilnehmer*innen ermöglichten, ihr 40-stündiges Praktikum in ihrer Einrichtung durchführen zu dürfen. 

Kursinhalte waren:

Was bedeutet Sterben für mich?

25.09.-27.09.2020                                                      Ch. Friedrich

 

Kurstermine:                                Kursbegleitung: K. Schleicher

 

07.10.20        Die Hospizidee                                    K. Schleicher

 

21.10.20        Der Sterbeprozess     

                                                                                        Dr. K. Richstein

 

10.04.21        Kommunikation mit Sterbenden

                          Gespräche mit Sterbenden und Angehörigen;

                          Nonverbale Kommunikation             S. Warning

 

14.04.21        Umgang mit belastenden Krankheitssymptomen

                                                                                         M. Seitel

 

24.04.21        System Familie – Umgang mit Angehörigen

                                                                                         S. Warning

 

28.04.21        Umgang mit dementen Menschen/Sterbenden                                                                          J. Opel

 

05.05.21        Spirituelle Begleitung                        A. Berberich

 

12.05.21        Rechtsfragen in der Praxis der Sterbebegleitung                                                                E. Gindele

 

19.05.21        Trauerarbeit                                          Dr. C. Hoos

 

14.07.21        Ist Sterben begreifbar? - Medizinische Aspekte

                          des Sterbens                                         Dr. H.-P. Olma

 

24.07.21        Sterbende begleiten

                        - Praktikumsauswertung   

                        - Motivation und Möglichkeiten zur Mitarbeit in

                          der Hospizbewegung/Einzelgespräche                                                   - Rückblick und Ausblick                                                

                                                                                         K. Schleicher              

28.7.21          Kursabschluss und Zertifikate

 

 

Es wurde ein Praktikum in einer Einrichtung der Kranken-/ Altenpflege im Umfang von 40 Stunden absolviert.

 


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Dank von einem Sohn nach der Begleitung seiner Mutter
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16.06.2021 Tag der Organspende

In ganz Deutschland findet einmal im Jahr der Tag der Organspende statt – immer am ersten Samstag im Juni. Schon seit 1983 macht der Aktionstag auf das Thema Organspende aufmerksam. Es ist der Tag, an dem die bewegenden Schicksale der Menschen im Blickpunkt stehen, die Organe gespendet haben oder denen als Organempfänger ein neues Leben geschenkt wurde. Auch wir von der Hospizbewegung möchten nachträglich auf diesen Tag hinweisen und mit einer Geschichte zusätzlich auf unser Angebot der Kinderhospizarbeit hinweisen. Zum Schutz der Familie wurden alle Namen geändert.

Haben Sie schon einmal eine Erdbeere geschält?

Oder was es bedeutet mit einem gespendeten Organ zu leben

Familie Schröder ist eine ganz normale kleine Familie. Vater Sven, Mutter Angelika und die kleine 2 jährige Lisa. Die Welt der 3 scheint vollkommen in Ordnung, bis Lisa wegen „leichten Atemproblemen“ ins Krankenhaus kommt. Schnell wird klar, dass die vermeintlich „leichten Atemprobleme“ eine schwerwiegende Erkrankung sind. Schon beim ersten Krankenhausaufenthalt stand Lisa Leben auf der Kippe. Es wird eine pulmonale Hypertonie diagnostiziert. Die Symptome von kindlicher pulmonaler Hypertonie sind: Andauernde Müdigkeit, Atemnot, Schwindel, kalte Hände und Füße. Betroffene können weder herumtollen noch Sport betreiben und sind auf dauernde Einnahme verschiedener Medikamente angewiesen. Die Prognose der Krankheit ist oft schlecht. Während Lisa auf der Intensivstation liegt wird Angelika erneut schwanger. Ist das 2. Kind gesund? Wie soll das in der aktuellen Situation alles klappen? Lisa erholt sich soweit, Jasmin kommt gesund auf die Welt. Wie viel Lebenszeit Lisa noch bleibt ist zu diesem Zeitpunkt unklar. Die Familie nimmt sich vor die Lebenzeit mit Lisa und Jasmin einfach zu genießen und jeden Tag als Geschenk zu sehen. Der Vater lässt sich oft für Krankenhausaufenthalte beurlauben, zum Glück hat er einen verständnisvollen Arbeitgeber. Angelika wird erneut schwanger, Leonie kommt als 3. Kind der Familie gesund auf die Welt.

Jetzt stellt sich die Frage: Soll Lisa eine Spenderlunge bekommen? Eine schwere Entscheidung für die Familie. Überlebt das inzwischen 6 jährige Mädchen den Eingriff? Wie sieht das Leben für Lisa weiterhin aus? Die Familie wagt den Schritt.

Ein Spenderorgan wurde gefunden und Lisa muss nach Hannover ins Klinikum zur Transplantation. Aber die Coronavorgaben lassen es nicht zu, dass die Geschwister, inzwischen 2 und 4 Jahre, mit ins Klinikum können. Jasmin hat außerdem gerade noch das Bein gebrochen. Zum Glück gibt es Großeltern, die die Versorgung übernehmen können.

Bei der Transplantation gibt es keine Zwischenfälle, das Organ wird nicht abgestoßen. Schlaflose Nächte, seelische Anspannung und die ständige Ungewissheit haben an den Nerven der gesamten Familie genagt. Coronabedingt gab es keinen Kindergarten für Jasmin. Mutter Angelika ist ständig beschäftigt mit putzen (saugen, wischen, Bettenbeziehen…) Lisa kann nicht zu Freunden, da dort die Hygienevorgaben nicht erfüllt werden können.

Zum Glück kann die gesamte Familie zur Reha nach Tannheim. Die Nachsorgeklinik Tannheim gibt Familien mit schwer chronisch kranken Kindern neue Kraft und Hoffnung.

Hier können sich alle erholen. Es gibt die verschiedensten Angebote für alle. Leider darf die Familie nicht in den Speisesaal, aber sie bekommen das Essen gerichtet. Das ist schon einmal entlastend für die Eltern, denn auch bei der Nahrungszubereitung der transplantierten Lisa muss auf Vieles geachtet werden, so z.B. müssen Erdbeeren vor dem Verzehr für Lisa geschält werden.

Um der Familie eine kleine Freude zu machen hat die Hospizbewegung ambulant einen Vorlesekoffer (eine Spende der Deutschen Bahn Stiftung) weiter gegeben. Die Hygienevorgaben erlauben keine Besuche von „Fremden“ in der Einrichtung. Die Kinder haben für ihren Aufenthalt in Tannheim wenigstens genügend Neues und Spannendes, das ihnen die Eltern vorlesen können.

Und wir von der Hospizbewegung nehmen es zu Anlass Sie auf Grund dieser Geschichte zum Nachdenken über einen Organspendeausweis anzuregen.

Außerdem möchten wir auf unser Angebot der ambulanten Kinder- und Jugendhospizarbeit aufmerksam machen.

Zeigt doch diese Geschichte auf, wie belastet Familien sein können.

Das betroffene Kind und die Geschwisterkinder können von einer Begleitung profitieren: Wir betreuen das lebensverkürzt erkrankte Kind ab Diagnosestellung. Außerdem begleiten wir Familien, in denen ein Familienmitglied unheilbar krank ist oder im Sterben liegt. Die Eltern sind entlastet. Unsere Begleiterinnen und Begleiter haben eine spezielle Schulung für die Begleitung betroffener Familien.

 

Bei Fragen wenden Sie sich an unsere Geschäftsstelle. Koordinatorin für die Kinder- und Jugendhospizarbeit ist Frau Karin Schleicher. 


25.05.2021 Home instead zu besuch bei der Hospizbewegung

Am heutigen Dienstag waren Marcel-Andre Friedrich und Patrick Schreiber von der Seniorenbetreuung Home instead zum gemeinsamen Gespräch bei der Hospizbewegung ambulant. "Wie können wir unsere Kräfte bündeln zum Wohle der Menschen, die zu Hause versorgt werden?" Das war die Frage, die sich die beiden Institutionen stellten. Das in Schwenningen ansässige Unternehmen betreut Menschen zu Hause (mit zwischenzeitlich über 40 Betreuungskräften) die Unterstützung im Alltag benötigen. Ihr Angebot geht über Demenzbetreung, Familienbetreuung, Betreuung zu Hause und außer Haus bis hin zu Hilfe im Haushalt. Pflegerische Tätigkeiten wie z.B. Verbandswechsel gehören nicht zu ihrem Aufgabengebiet. Die Vertreter beider Gruppen überlegten, wie die Angebote der Betreuung und Begleitung sich in der Sterbebegleitung unterstützen können. Ziel ist, dass Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben können. Beim ersten Kennenlernen wurde vereinbart, hilfesuchende Menschen auf das möglichen unterschiedlichen Angebote hinzuweisen und alle Mitarbeiter*innen über die sich ergänzenden Einsatzbereiche zu informieren. Eine weitere Zusammenarbeit im Bereich Familienpflege und Kinder- und Jugendhospizarbeit muss noch durch die zuständigen Fachkräfte weiter überlegt werden.

 

Kooperation und Zusammenarbeit sind wichtig, denn..... am Ende zählt der Mensch. 

 

Bild: Patrick Schreiber (Pflegedienstleitung Home instead ), Marcel-Andre Friedrich (Geschäftsführer Home instead) 


29.04.2021 Besuch im Seniorenzentrum Menetatis

Das Seniorenzentrum Menetatis in Schwenningen arbeitet eng mit der Hospizbewegung zusammen. In einer Fortbildung erhielten die Pflegekräfte Einblick in unserer Arbeit. So wissen sie nun, wie man uns erreicht und wie unserer Begleiter*innen die Arbeit der Pflegekräfte ergänzen können. Die Bewohner*innen sind dadurch auch in der letzten Lebensphase bestmöglich versorgt.


26.04.2021 Onlinefortbildung Schmetterling und Taucherglocke

Gemeinsam mit unseren Begleiter*innen haben wir uns den Film Schmetterling und Taucherglocke angeschaut. Zur Handlung: Er war 43 Jahre alt, Vater zweier Kinder und ein erfolgreicher Redakteur, als ihn am 8. Dezember 1995 ein Gehirnschlag all seiner bisherigen Lebensmöglichkeiten beraubte. Fünfzehn Monate später beendete er ein Buch, das er allein mit dem Blinzeln seines linken Augenlids - die einzige verbleibende Verständigungsmöglichkeit - diktiert hatte. Es ist ein einzigartiges Dokument, ein Akt der Selbstbehauptung des Geistes angesichts der totalen physischen Niederlage. Die Krankheit hat Bauby zu einem Schriftsteller gemacht, der mit bewundernswertem Humor seine Situation analysiert. Ein bewegender Film, der aufzeigt, wie es ist mit seiner Umwelt nicht auf die uns vertraute Art zu kommunizieren. Im Vorfeld bekamen alle Teilnehmer*innen ein kleines Verköstigungspaket um auch gute "Nervennahrung" zu haben. Uns ist wichtig, dass sich unsere Begleiter*innen auch regelmäßig trotz Corona fortbilden, denn Begleitung braucht Herz und Verstand.


23.02.2021 Sonnenhalde in Blumberg wird zukünftig mit der Hospizbewegung zusammenarbeiten

Im Jahr 2020 hat die Pflegeeinrichtung Sonnenhalde in Blumberg eröffnet. Das Haus hat Platz für 60 pflegebedürftige Menschen. Hiervon sind zwischenzeitlich mehr als die Hälfte der Plätze belegt. Um den Bewohnerinnen und Bewohnern auch in ihrer letzten Lebensphase die bestmögliche Versorgung zukommen zu lassen, wird die Einrichtung zukünftig, sollten es die Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörigen wünschen, die ambulante Hospizbewegung zur Begleitung ergänzend hinzunehmen. Die Einrichtungsleitung Fr. Denisa Waluga und die Koordinatorin der Hospizbewegung Fr. Jutta Opel haben gemeinsam besprochen wie eine gute Begleitung der Menschen am Lebensende gestaltet werden kann. Beide Institutionen freuen sich auf eine gute zukünftige Zusammenarbeit.
Foto: li. Jutta Opel, Koordinatorin, re, Denisa Waluga Einrichtungsleitung

14.01.2021 Angehörigendank zu einer Begleitung

Dieser Brief erreichte uns mit der Bitte diesen Dank zu veröffentlichen. Dieser Bitte kommen wir gerne nach:

 

"Ich möchte mich ganz herzlich bei Ihnen und Ihrer Organisation bedanken.

Als meine Mutter ins Heim kam, dem Tode näher als dem Leben, war es mir eine große Hilfe und Unterstützung, dass ich von Ihrer Seite eine sofortige Begleitung erhielt .Für mich war es und ist es bis heute eine enorme Entlastung zu wissen, dass meine Mutter von einem Menschen betreut wird, der mit einem unglaublichen Einfühlungsvermögen auf sie eingehen kann .Für mich ist das leider nicht möglich, sowohl auf Grund meiner schwierigen Beziehung zu meiner Mutter, aber auch durch die große räumliche Distanz. Ich bin überzeugt davon, dass die einfühlsame und erfahrene Art und Weise im Begleiten meiner Mutter dazu geführt hat, dass sie noch einmal ins Leben zurückgefunden hat. Ich bin sehr froh und dankbar dafür und es nimmt mir einen Großteil meiner Sorge um meine Mutter. Ich bewundere Menschen wie die Begleiterin, die solche Kraft und Geduld haben, Sterbenden beizustehen und ihnen Frieden und Mut vermitteln. Dafür möchte ich mich noch einmal herzlich bei Ihnen und all Ihren Kollegen bedanken, die sich dieser überaus herausfordernden Aufgabe mit ganzen Herzen widmen."

 

Diese Zeilen zeigen, wie wertvoll die Begleitung am Lebensende sein kann.

 

"Bewohner" mit unserem Sterntalersäckchen.
"Bewohner" mit unserem Sterntalersäckchen.